Liebe Lebenskünstlerinnen, liebe Lebenskünstler,
liebe Problemjongleure, liebe Freidenker, liebe Träumer, liebe kindlich Gebliebenen,
ich weiß garnicht wo ich anfangen soll. Ich bin über Nacht ins Grübeln geraten.
Mein Leben hat wie jedes andere Höhen und Tiefen, es scheint mir manchmal nicht zu bewältigen, manchmal zu schön um wahr zu sein, manchmal unheimlich beängstigend, und alles in allem schlich sich bei mir der Wunsch ein andere daran teilhaben zu lassen.
Nicht weil ich glaube so ein aufregendes Leben zu haben mit Bettgeschichten, wilden Partynächten, Lügen und Intrigen und allen Klischees die man aus bekannten abendfüllenden Sendungen kennt. Nein.
Weil ich weiß das ich mit meinen Problemen, Ängsten, Freuden und Gedanken nicht alleine bin.
Ich rede viel, ich rede viel über mich selbst - nicht weil ich das gern tue, sondern, um ehrlich zu sein, weil ich trotz meiner doch eher fröhlichen Natur an der Volkskrankheit "Depression" erkrankt bin.
Ist das nicht meistens so? Die quirrligen und fröhlichen Herzen sind meistens dann doch die schwärzesten.
Man versucht noch eine Barriere aufrecht zu halten um den Menschen zu suggerieren das man eigentlich doch total zufrieden ist. Fremde glauben das vielleicht. Aber meine besten Freunde wissen natürlich Bescheid, auch wenn einige bei der Offenbarung meiner Problematiken zutiefst erstaunt waren.
Nur verhält es sich wie folgt: Du kannst noch so tolle Freunde haben, am Ende stehst Du alleine da mit Dir selbst. Du musst Dich selber im Spiegel anschauen und glücklich über das sein was Du dort zu Gesicht bekommst. Freunde sind sicherlich für Dich da, und meine sind für mich die wertvollsten der Welt, aber sie können deine Probleme nicht lösen. Das kannst nur Du. Und gerade weil sie es nicht können und Dich aber lieben belastet es sie ungemein. Früher oder später. Du nöhlst nur noch rum, Du redest über nichts anderes mehr. Immer gehts Dir schlecht. Das ist anfangs noch verständlich und als guter Freund bleibt man stark und hilfsbereit und an deiner Seite. Aber glaubt mir, irgendwann wird das zuviel. Ich habe das selber erlebt. Und daher weiß ich das das einen so belasten kann das man den Kontakt abbricht, nicht mehr kann, das alles nicht mehr mitschleppen will. Keine Kraft mehr hat. Wo führt uns das hin? Im Groben wieder auf die Tatsache das ich weiß das ich nicht alleine bin mit meinen Gedanken. Es ist zu kompliziert und zu irritierend um das in ein paar Sätzen zusammenzufassen. Ich weiß aber das es mir helfen wird es aufzuschreiben und das Gefühl zu haben das es vielleicht mal jemand liest, es jemandem hilft es zu lesen, vielleicht sogar tröstet.
Ich will es los werden. Und glaubt mir, ich weiß über Therapiemaßnahmen Bescheid, das ist nicht der Punkt.
Es einfach niederzuschreiben und einen kleinen Ort zu haben an dem man ehrlich sein kann. Das war meine nächtliche Idee. Es bleibt nicht geheim, aber es kommt auch nicht an die falschen Leute die es überfordern könnte. Ist vielleicht eine Form von Selbsttherapie? Naja. Alles ist besser als zu verharren und nichts zu tun, zu stagnieren. Also versuche ich nun mich selbst zu therapieren indem ich etwas mache das ich schon immer gemacht habe um lästiges, böses Denken rauszuwürgen: Schreiben, schreiben, schreiben.
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