Samstag, 18. August 2012

Zukunftsängste, Suizid, Druck - Der Druck der Mutter auf die Tochter

Heute ist ein schrecklicher Tag. Eigentlich waren alle letzten Tage schrecklich.
Ich habe erneut einen Ablehungsbescheid bekommen - mit einem 2,3 Abi. Lehramt. Als hätte ich wirklich geglaubt das ich das Glück haben könnte genommen zu werden. Die Hoffnung hatte ich. Und die ist gestorben. Wer kennt das nicht? Die heutige Suche nach dem Zukunftsweg ist unendlich und alles andere als unbeschwerlich... Wem das zufliegt der hat verdammt Glück, denn es liegt heute nicht mehr nur an guten Noten ob Du das wirst, oder vielmehr werden kannst, was Du auch werden willst. Nach dem Abi haben viele ein Stimmungstief, das konnte ich erst glauben als ich es selbst erfahren musste.
Um nicht zu weit abzudriften: Ich weiß was ich will ( und damit bin ich einen Schritt weiter als viele andere... ), wenn auch noch nicht lange, habe aber anscheinend nicht die Qualifikation das auch zu erreichen.
Alles andere kommt für mich nur Bedingt in frage... Weil ich eben nichts anderes kann als das was ich machen will. So dumm das klingt. Ich habe mich in den letzten Monaten an zwei Schauspielschulen beworben, an zwei Kunsthochschulen mit Mappen, jedes Jahr an der UNI für einen Studiengang und bin wie schon erwähnt nur bei einem zugelassen worden der mich nicht weiterbringt, den ich aber nun löchrig besuche um nicht wieder in die Arbeitslosigkeit abzurutschen. Nun muss man wissen das ich enormen Druck ausgesetzt bin... Meine Mutter. Sie ist kompetent, intelligent und meiner Meinung nach beruflich erfolgreich.
Doch sie zahlt wirklich nicht gerne Unterhalt, und das muss sie neben meinem Bafög leider staatlich gesehen.
Doch das passt ihr nicht. Sie hat erst argumentiert das ich zu alt werde und endlich was machen soll ( zwei Wochen nach dem Abi... ). Dann habe ich 1 1/2 Jahre den Kontakt abgebrochen, weil sie mich so unter Druck setzte. Nachdem ich wieder auf sie zukam, und da gerade wegen eines Unfalls in die Arbeitslosigkeit gerutscht war, habe ich mich dann auf diesen Studiengang beworben und wurde genommen. Das war dann auch erstmal zwei Wochen ganz nett für sie, doch dann kam das ich kein eigenes Geld verdiene und das sie nicht ewig für mich zahlen könne. Streit Streit Streit... In dem ich mich so gut wie garnicht verteidigen kann weil ich ja eh immer Unrecht habe, bzw. mir nicht zugehört wird. Denn ich mache das generell absichtlich aus Bequemlichkeit das ich mich von meinen Eltern finanzieren lasse ohne selbst zu schuften. Also habe ich trotz massiver psychischer Probleme einen Nebenjob gesucht und gefunden. Ich habe fast jeden Tag 12 Stunden gearbeitet, zeitweise 6 Tage hintereinander, um bloß viel Geld ranzuholen. Da ich spekuliert hatte einen Therapieplatz zu bekommen und dann aber doch ein halbes Jahr warten musste hatte ich nur einen Kurs gewählt den ich nie besuchte, um "Präsenz" zu zeigen an der Uni, aber auch zur Therapie gehen zu können.
Daher konnte ich statt der Therapie alles mit Arbeitszeit füllen. Während andere ihre Semesterferien und das gute Wetter genossen stand ich 12 Stunden an einem Außenstand und verkaufte.
Ich will kein Mitleid, denn das machen viele Menschen - und ich habe es genossen mal zu etwas Nütze zu sein: Aber meine Mutter war wieder nicht zufrieden. Diesmal war es das Problem das ich arbeitete und das Studium nicht mehr verfolgte. Ich konnte es ihr nicht Recht machen. Wenn ich studierte sollte ich arbeiten, wenn ich arbeitete sollte ich studieren. Kurz um führt das dazu das nicht ich das Problem bin sondern das es das Geld ist was sie für mich zahlen muss und was sie dann nicht mehr hat. Sie betont zwar das sie für "etwas Sinnvolles" gerne finanzielle Unterstützung leisten würde... Aber es ist doch sinnvoll zu studieren? Sich zu bewerben? Am Anfang habe ich mein Studium ernst genommen und es hat ihr auch nicht gepasst. Heute hat sie rausgekriegt das ich in meinem Wunschstudiengang II ( Alias Plan B ) nicht genommen wurde. Und sie hat das Gleiche erzählt wie schon vor Monaten.. Das sie nicht ewig für mich zahlen kann. Ihr glaubt nicht wie sehr mich das runterzieht. Ich weiß das ich älter werde. Ich komme mir nutzlos vor und wie ein Versager... Aber muss meine Mutter da wirklich immer drauf rumtrampeln obwohl sie weiß das ich mir dessen bewusst bin? Sie sieht nur die Ergebnisse. Der Weg interessiert sie nicht, das muss alles schnell gehen. Immer muss alles schnell gehen. Deswegen hat sie sich auch beim Umzug ne Glasplatte in den Fuß gerammt, weil sie den Tisch in einem Stück alleine tragen wollte anstatt zweimal zu gehen und die Einzelteile zu tragen.

Ich hatte eben wieder das Verlangen aufs Gaspedal zu drücken und einfach immer schneller zu fahren.
Und dann irgendwo gegen zu fahren in der Hoffnung durch den Aufprall möglichst schnell zu sterben.
Sonst habe ich das bei einfahrenden Zügen. Oder bei Fenstern. Eine Art Sog der mich rauszieht. Ich überlege in Sekunden und habe dann immer einen leichten Schwenk zu springen. Im letzten Moment wenn ich mich entscheiden muss sage ich mir immer wieder HÖR AUF DAMIT DAS IST DUMM.
Und bis jetzt hat das auch immer geklappt.

Nur weil Du noch keinen missglückten Suizidversuch hattest heißt es nicht das Du nicht suizidgefährdet bist.
Die frühen Zeichen zu erkennen schafft nicht jeder und sich zu überwinden zuzugeben auch nicht. Man will nicht selbstmitleidig sein, aber man kann auch nicht abstreiten das es einem schlecht geht. Man malt sich hochdramatisch aus wie es wäre zu sterben und sieht sich aus den Augen eines anderen tot und blutend am Boden liegen. Und das merkwürdige daran ist das es einem Zufriedenheit verschafft wenn man dann denkt JA DA IST DIR DANN BESTIMMT EGAL DAS DU ZAHLEN MUSSTEST.
Denn wenn die Menschen sterben und einfach weg sind wird man auf einmal immer ganz einsichtig und minimalistisch. Man redet viel und in großen Tönen, viele nutzen das dann immernoch um die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Es gibt Menschen die wirklich trauern. Und Menschen die das gerne tun weil sie dann einen Grund haben zu sagen das es Ihnen schlecht geht, das sie Urlaub brauchen, eine Therapie und Nachsicht von den Umstehenden. Ich rede wirklich von speziellen Fällen, die übertherapiert sind, sich selbst Jahre lang therapiert haben und viele Ratgeber mit dem Namen "Sag Nein! Du darfst das!" und "Du bist der wichtigste Mensch in deinem Leben - Gesunden Egoismus erlernen!" gelesen haben.
Alles ist im Überfluss irgendwann nicht mehr heilsam. Egozentrik ist was anderes als Egoismus. Und wenn man nicht aufpasst und ab und zu auch mal zurückrudert, ein gesundes Mittelmaß findet, dann wird man schnell egozentrisch weil man sich sagt "Ich habe immer alles gemacht was die von mir wollten. Ich muss nicht mehr Ja sagen. Ich bin wichtig.". Manchmal muss man Ja sagen. Manchmal muss man nachgeben. Manchmal muss man hinten an stehen. Oh ja, leben ist schwierig.

Nachdem ich abermals ganz egoistisch rausschreien wollte wie schlecht es mir geht und meinem besten Freund am liebsten die Ohren vollgeheult hätte habe ich entschieden das es besser ist das hier zu schreiben. Schreiben ist Balsam und manchmal vollkommen ausreichend.
Und mein bester Freund hat gerade Spaß bei einer Wasserschlacht, da möchte ich ihn nicht mit meinem Käse beunruhigen, langweilen, abschrecken. Das meine ich ernst. Ich freue mich wirklich wenn es meinen Freunden gut geht, vorallem denen den es sonst auch nicht sehr gut geht. Es beruhigt mich und macht mich froh das sie ihre Freude mit mir teilen wollen. Und ich höre generell lieber fröhlich lachende Freunde den Tagesablauf schildern als betrübte grübelnde, die meinem ständig widerkehrenden Problemen lauschen.
Nachdem ich nun ein wenig Wut aus meinem Bauch geschrieben habe geht es mir besser.
Ich weiß das sich alles ändern wird. Ich weiß zum Beispiel, auch wenn das sehr hart klingt und so nicht gemeint ist, dass meine Mutter irgendwann meine Hilfe brauchen wird und das sie irgendwann sterben wird.
Daran denke ich manchmal. Irgendwann wird sie dankbar sein das es mich gibt. Wahrscheinlich wird sie immernoch rumzicken, meine Oma war auch nicht anders. Aber es gibt diesen finalen Moment vor dem Tod an dem sich alle entschuldigen und besonders lieb zueinander sind. Bitte versteht mich nicht falsch, ich beziehe das jetzt wirklich nur auf mein Problem, nicht auf die Allgemeinheit. Ich bin einfach ehrlich was ich gerade denke: Dieser Moment, wenn er denn kommt, wird offenbaren was hinter ihrer Fassade steckt. Ich kenne schon vieles von ihr weil sie damit sehr offen ist - aber ein kleiner Funken ist da den sie immer wieder versteckt. Als sie mich und meine Schwester damals betrunken angegriffen hat und ich daraufhin ausgezogen bin hat sie hinterher ein Mördergewissen gehabt und das auch immer erzählt. Als ich sie aus einer brennenden Wohnung gezogen habe, mit 12 Jahren, da hat sie hinterher das Leben gelobt und an Engel geglaubt.
Doch immer wieder kam eine Mauer zum Vorschein die sie schnell wieder vorschiebt weils ja schnell weitergehen muss. Burn Out, Arbeiten, zuviel arbeiten, Urlaub machen, Burn Out. So in etwa ist die Statistik ihres Lebens. Sorry wenn das hart klingt, aber es ist eben Wut die gerade aus mir spricht.
Ich liebe sie, aber sie verletzt mich oft und erst wenn Leben in Gefahr sind wird sie zahm und einsichtig.
Diesen Menschen würde ich gerne ohne Gewalteinwirkung öfter sehen. Den entspannten, der nicht alles auf die Goldschale legt und mit Zuckerwatte gegen Diamanten abwägt.
Und dieser Mensch kommt bei uns allen auf dem Sterbebett zum Vorschein.
Der wahre Mensch der wir sind. Den wir über das Kindesalter hinaus zu verstecken lernen um uns anzupassen. Im Alter wird jeder zum wieder zum Kind. Das stimmt. Und dieser Moment ist es auf den ich manchmal baue. Und der mich davon abhält wegen IHR mein Leben zu beenden. Was irgendwie auch melodramatisch wäre. Es geht ja schließlich um MICH. UPS! Egoismus! Egozentrik! Scheiß drauf, in diesem Moment entscheide ich mich für den Seelenbalsam fürs Ego. Sonst fahre ich gleich wieder mit dem Auto los.












Donnerstag, 9. August 2012

"Harry-und-Sally" Syndrom - Verliebt in den besten Freund

Schon mal verliebt in den besten Freund gewesen? Oder in die beste Freundin? Ich frage mich wer nicht.
Das ist praktisch vorprogrammiert, obwohl ich gehört habe das es bei Männern eher passiert als bei Frauen.
Ich vermute das Frauen sich genauso oft verknallen, es nur nicht offen zugeben weil ihr Verstand ihnen sagt das das nicht ratsam ist. Beziehungsweise ein bester Freund einem mehr gibt als ein fester Freund.
Zumindest eben der aktuelle beste Freund. Ich weiß ja was ich meine.
Bei mir ist das so: Immer wenn ich einen besten Freund hatte ist irgendwann irgendwas "passiert".

Bester Freund 1: " Zu jung um wahr zu sein!" ( 3-5 Jahre )Herrje. Mein erster Kuss! HAHA zählt das überhaupt? Meine Mutter hat noch ein Foto von uns wie wir uns küssen, weil irgendein Erwachsener dachte das wäre jetzt besonders niedlich. Auf den anderen Fotos klammere ich mich immer an ihn ran. Ich gebe zu das diese Beziehung wohl von mir ausging und ich sie auch zum scheitern brachte.

Bester Freund 2: "Handzahm" ( 6-14 Jahre ):

In der Grundschule war mein bester Freund in mich verschossen... Das hat jeder gemerkt nur ich nicht ( ich würde es auch keinem 6 Jährigen Mädchen vorhalten wenn sie das noch nicht so ganz versteht... ).
Und als der Kontakt nach der Grundschule abbrach und ich ihn mit 14 wieder traf kamen seine alten Gefühle tatsächlich wieder hoch! Wir haben in einem Bett gepennt, zusammen Konsolenspiele gezockt, Dinge gemacht für die man uns zu alt hielt. Bei all dem, ich schwöre es hoch und feierlich, habe ich mir nichts gedacht. Ich hatte meine "Jungenphase", d.h. das ich nicht sehr feminin aussah, Baggy-Hosen trug und mich daneben benahm ohne Ende. ;) Zudem habe ich ab 14 für mich beschlossen das ich sowieso niemals nen Freund haben werde weil ich hässlich bin und mich niemand will. Das kann man heute noch in meinen Tagebüchern nachlesen. Auf jeden Fall war er wieder wie damals, hat mich beschützt und war auch ein kleiner Proll, aber in meiner Gegenwart immer betont zahm und niedlich.
Einmal, als ich bei ihm geschlafen habe, natürlich in nem Hochbett mit ihm zusammen, da hat er mich nachts aufgefordert mit ihm Wahrheit oder Pflicht zu spielen. Ich hab echt nichts Versautes gedacht, ich fand das Spiel einfach nur dämlich und habe mich drauf eingelassen weil er darauf bestanden hat.
Also sagt er zu mir wir spielen solange bis ich ihm die richtige Frage gestellt habe.
Und irgendwie kam es mir da in den Sinn. Sein süßlich, verliebter Unterton hat mich vielleicht damals auf die richtige Spur gebracht, wohl gemerkt nach gut insgesamt 8 Jahren... Da hab ichs dann auch mal gecheckt.
,, Bist Du in mich verknallt?", hab ich gefragt. Er hat nichts gesagt und war dermaßen eingeschüchtert auf einmal. Dann hat er zögerlich ein JA gehustet und ist dann auf die Toilette gerannt. Ich lag da oben und fühlte mich mies.Weil ich das nicht so empfand. Und weil ich mit einem großen, starken Jungbullen in einem Hochbett lag und nicht wegkam.
Naja. Es ist nichts passiert, nur das ich mir das Wochen später anders überlegte und dann doch entschied das er ja perfekt zu mir passte - da hat er dann aber alles abgestritten und als ich ihm nen Kuss geben wollte ist er fast nach hinten über gefallen. Soviel dazu.

Bester Freund 3 - "Egozentrischer Pubertierling"( 14-15 Jahre):
Oh man. Das war wirklich eine beschissene Geschichte. Aber auch sehr amüsant! Meine Freundinnen lachen sich immer schlapp darüber und finden sie gleichzeitig romantisch - weil ich zwischendurch meinen langjährigen Freund kennenlernte ( nun Exfreund, aber das ist wohl ein Kapitel für sich! ).
Meinen Besten Freund in der Hochpubertät lernte ich auf einem Weihnachtsquiz kennen. Er hatte mir imponiert weil er widerlich schlau war und alle Fragen beantworten konnte - zum Glück war er in meinem Team. Das wir uns anfreundeten ging schnell, 2003 ging dann auch schon vorüber. Hier muss ich sagen das er 2 Jahre jünger war als ich, was mit 15 und 13 enorm ist.
Auf jeden Fall fingen wir gemeinsam an Alkohol zu trinken, mit dem anderen Geschlecht rumzumachen, zu rauchen, unseren Müttern das Leben zur Hölle zu machen. Das verbindet wahrscheinlich. Ich für meinen Teil muss hier das Klischee durchbrechen das das Verliebtsein von besten Freunden von den Männern ausgeht. Ich hatte geglaubt mich in ihn zu verlieben. Während er eine Freundin hatte und ich immernoch der Meinung war das das eh nie was wird bei mir, dennoch aber mit einigen Jungs rummachte weil man das ja machen muss, wurden wir immer enger und machten alles zusammen, und das sollte dann bald auch wirklich ALLES werden.
Im April 2004 hatte ich mein erstes Mal. Oh ja. Mit meinem besten Freund. Und wir waren stinkbetrunken. Meine Mutter war grade nicht da und wir hatten uns den Ouzo ausm Kühlschrank reingeknallt,dazu noch Wein und ich weiß nicht was. Es war eigentlich eher scheiße. Aber das ich betrunken war hat wahrscheinlich einige Peinlichkeiten erstickt. Und dann bin ich an dem Abend noch in Ohnmacht gefallen wegen dem ganzen  Stress. Hola! Um das nicht so auszuschmücken, ich denke jeder kennt diese schmuddeligen Teeniegeschichten: Wir haben es dann immer mal wieder getan. Und ich dachte das es Liebe ist. Aber nach außen hin hat er nicht zu mir gestanden als Partnerin, das war wie ein Geheimnis über das wir niemals redeten. Im Nachhinein muss ich sagen wurde ich benutzt, wie eine Puppe. Immer und immer wieder. Und mir wird schlecht wenn ich daran denke das ich das damals mit mir habe machen lassen.
Dann sind wir mit unserer Jugendgruppe nach Dänemark für zwei Wochen. Da habe ich dann einen 18Jährigen ( uh wie alt! ;) ) kennengelernt. Der war ganz anders. Er hat mir zugehört, das tat bis zu diesem Zeitpunkt weder meine Familie noch meine Freunde. Er war einfach da. Er strahlte irgendetwas aus. Er war perfekt in meinen Augen... Aber ich malte mir keine großen Chancen aus. Wichtig daran ist das ich begriff wie es sich anfühlt wirklich verliebt zu sein. Und vorallem wenn dein gegenüber das auch ist. Mein bester Freund hatte das gerochen. Er merkte ziemlich schnell das da seine Fickbeziehung drohte zu verschwinden. Und hat mir den Urlaub zur Hölle gemacht. Er hat mich rumkommandiert, mich schlecht behandelt, mich an sich gekettet als wäre er meine böse Stiefmutter, jeden Moment den ich mit dem 18Jährigen verbrachte zerstört indem er dabei war... Ja, ihr Lieben. Eifersucht machte sich bei ihm breit. Das zeigte im Nachhinein wieder das Phänomen Harry und Sally. Er war in mich verliebt. Und er konnte es von dem Zeitpunkt an nicht mehr verbergen als er bei einem Zweierstrandspaziergang zwischen meinem Crush und mir immer hinter den Dünen auftauchte und rüberschmuhlte. Irgendwann wütend zu mir kam und mich wegzog. Tja. Die Freundschaft war schneller beendet als die meisten heutigen Liebesbeziehungen.
Nach diesem Erlebnis spielte ich sein Spielchen nicht mehr mit. Nach dem Urlaub brach ich den Kontakt ab. Ich suchte Kontakt zu meinem Exfreund und verliebte mich unsterblich, aber glücklich.
Mein bester Freund weinte mir zwei Jahre hinterher, erzählte all unseren Freunden wie dumm er doch war und das er mich lieben würde und mich wieder haben will. Keine sehr glückliche Harry Sally Geschichte. Aber eine für mein Leben sehr prägende und wichtige.

Bester Freund 4 - " Eine erwachsene Freundschaft mit wildem Ende" ( 19-21 Jahre ):
Das ist schon Harry und Sally sehr nahe. Das typische Männer Frauen Ding. Wir hatten die selben Interessen, waren musikalisch und liebten Disneyfilme. Er war anders als die anderen, ich war es auch.
Beide mit einem großen Spektrum an sexuellen Weisheiten und Probierfreudigkeit. Ich würde behaupten wir waren die Aufgeklärtesten in unserer Stufe und hätten mit unserer Offenheit beide Sexualtherapeuten werden können. Zwischen uns herrschte immer eine leichte Spannung, wir fanden uns offensichtlich anziehend und machten daraus auch kein Geheimnis. Ein Jahr bevor ich mich von meinem Freund trennte ( Ja wir waren 6 Jahre zusammen! ) bemerkte ich auf einmal was er mir alles gab, und was mein Freund mir nicht geben konnte. Ich bemerkte das ich meiner Beziehung entwachsen war. Und seitdem hegte ich innerlich den geheimen Wunsch irgendwann, wenn ich mal solo wäre, unbedingt Sex mit ihm haben zu müssen.
Als ich mich trennte vergingen gerade Mal zwei Monate. Dann passierte das was unvermeidlich gewesen war - und ich kann nicht leugnen das es wunderbar war, für beide. Leider waren wir ziemlich betrunken. Naja. Trotzdem wars super. Und keiner hatte irgendein schlechtes Gefühl. Als wir einige Tage später zusammen in einem Restaurant waren und darüber redeten lachten wir uns schlapp über das was wir gemacht hatten, es war erfrischend ehrlich weil wir beide gerade erst solo waren. Wir entschieden das es schön war, wenn wir auch gerne nüchtern gewesen wären. Dann hat er seine neue Freundin kennengelernt, mit der er dann schnell in Baby machte. Bumms aus. Er zog woanders hin und nun hören wir so gut wie garnicht voneinander - ich glaube ich habe ihn das letzte Mal vor zwei Jahren gesehen. In dem Restaurant. Aber es war trotzdem eine wunderbare, schnelllebige Freundschaft mit gewissem Vorzug. Und es ging diesmal von Beiden aus.

So! Das führt uns jetzt zum finalen Themenschwerpunkt:

Bester Freund 5 " Mein männliches Ich" ( seit ich 22 bin ):
Ich lernte ihn in einer Maßnahme kennen, wir konnten schon ab dem ersten Tag miteinander und ich stellte erstaunt und verängstigt fest das es tatsächlich Leute gab die genauso beknackt waren wie ich. Er könnte mein Zwilling sein, wäre er nicht fast drei Jahre jünger.
Auf jeden Fall halfen wir uns gegenseitig dieses Jahr zu überbrücken, immerhin sahen wir uns jeden Tag und mussten 8 Stunden rumkriegen mit nicht viel mehr als gammeln und n bisschen was malen.
In diesem Jahr haben wir unglaublich viel erlebt. Ja, in der gammeligen Maßnahme. Wo Leute Langeweile haben tobt der Bär!
"Leider" merkte ich nun nach ein paar Monaten das ich mich verliebte. Und ich rede von der zweiten großen Liebe, also keiner Flirterei. Das machte mir Bauchschmerzen weil ich das Procedere schon kannte.
Und wusste das das in 99% der Fälle in einer "Trennung" endet.
Ich denke das fast immer vorkommen kann das man seinen besten Freund küsst - mein Gott da muss man auch verklemmt sein wenn einen das groß überrascht - aber wenn man wirklich richtig liebt dann ist das Nebensache. Ich wurde immer unglücklicher und hatte enorme Angst das er einfach weg wäre wenn ich ehrlich sein würde, andererseits war es gegenüber allen Beteiligten das fairste was man machen konnte.
Ich brauchte gut und gerne zwei Monate um ihm das zu stecken. Eigentlich wollte ich das persönlich machen, aber ich traute mich nicht. Dann hab ich mir ein Herz gefasst und es ihm am Telefon erzählt. Ich war super ehrlich, habe auch darüber geredet das ich weiß das das kompliziert ist und das ich niemals wollte das es so weit kommt, ich hatte versucht das auszublenden und zu verleugnen.
Tja. Und er brauchte ne Zeit das zu akzeptieren. Und er hat hin und her überlegt. Und weil ich weiß das er so ist wie ich weiß ich auch das er die gleichen Ängste hatte. Wir sind uns zu wichtig als das wir das Risiko eingehen würden das das alles schnell wieder vorbei ist und man dann einen anderen Status zueinander hat.
Als besten Freund steht man 100 % anders zueinander, ich bin auch der Meinung das man sich viel mehr gibt. Es sei denn man verliebt sich ohne großartig befreundet gewesen zu sein, das wäre dann eine andere Basis. Aber mit der Basis einer guten Freundschaft... Da habe ich auch schon einige auf die Schnauze fallen sehen. Da wurde aus langjähriger Grundschulfreundschaft eine Beziehung. Die hielt dann ein Jahr, und dann reichte das nicht mehr und war komisch. Und dann keinen Kontakt mehr. Bumms aus. Daher die Angst vor der Beziehung mit dem besten Freund. Auch im Harry und Sally Film dargestellt, oder zumindest umrissen.
Als er damit klar kam, und überlegte ob mans versuchen sollte oder nicht, haben wir beide beschlossen das wir Angst haben und das vorerst lassen und so weiterlaufen lassen wie es ist. Ich meinte das man das eh nicht planen kann, und wenn da irgendwas passieren will dann muss es halt so kommen. Wir geben uns einfach mehr als Freunde. Und ich glaube das man sich sowieso lieben sollte um eine gute Freundschaft zu haben. Sex macht alles entweder sehr einfach oder kompliziert, wenn man eine Affäre hat weiß jeder woran er ist, wenn man mit seinem besten Freund schläft kann einen das schnell unglücklich machen wie ich an meinen Beispielen belegt habe. Ich will nicht leugnen das ich am Anfang darunter gelitten habe, ich bin schließlich diejenige die sich entblößt hat und die schwächere ist in der ganzen Beziehung. Aber jetzt komme ich damit klar. Ich bin erschreckend ehrlich zu ihm. Das hat die ganze Freundschaft so gefestigt das wir zusammen ziehen und uns eigentlich alles erzählen können.Ich habe bei meiner Mutter zum Beispiel an einem Beispiel gesehen das es klappen kann mit der besten Freundschaft nach einem Techtelmechtel. Sie hat mir ihrem jetzigen Busenfreund geschlafen, der einiges jünger ist, und nun haben sie beschlossen das es nicht geht und sind einfach beste Freunde. Sie haben aus der ganzen Sache nur Gewinn holen können.
Bei mir weiß ich allerdings nicht ob das so erwachsen ablaufen kann.
Ich weiß das ich ihn liebe, und "leider" hat sich mein dummes Herz diesen Mann als "Zweite große Liebe" ausgesucht. Manchmal muss ich mich sehr zurückhalten wenn ich überschwappe vor lauter Träumerei, aber er kommt darauf ungemein gut klar, denke ich zumindest. Und falls jetzt einer denkt das es wieder in Ausnutzen und Sonnenbaden enden könnte: Lies nochmal die Geschichte über Bester Freund 3, dann weißt Du das mir das nicht nochmal passiert ;). Bevor ich unglücklich werde sprech ich das an. Und ich weiß das ich ihm zu wichtig bin als das er das ausnutzt. Er hätte es schon längst ausnutzen können, und das hat er nicht gemacht. Und das ist wunderbar. Harry und Sally sind nach Jahren dann doch ein Paar geworden.
Und ob das bei mir auch so sein wird weiß ich nicht, es stinkt mich nur an das ich mich nicht auf andere Kerle einlassen will oder kann. Vielleicht würde das einiges erleichtern. Aber letztlich muss ich sagen das da wirklich zu viel ist um über andere nachzudenken. Beiderseits. Und deshalb lass ich das offen und erfreue mich am hier und jetzt.

Männer und Frauen können befreundet sein? Frauen sagen da meistens Ja und Männer sagen Nein.
Wir sagen garnichts dazu. Weil Statistiken manchmal fürn Arsch sind.
Wir sollten alle wohl mehr im Hier und Jetzt leben und nicht immer über alles grübeln und nachdenken. Das anzustreben ist wirklich erstrebenswert denke ich. Aber es ist sehr sehr schwierig.








Samstag, 4. August 2012

Die Kunst aus allem ein Märchen zu machen

Eigentlich verbirgt sich dahinter keine Kunst. Es ist lediglich der irre Glaube daran das die Welt doch nicht so schlecht ist wie man immer denkt. In meinen Augen sind die Menschen oberflächlich, kalt und egozentrisch. Jeder Mensch ist letztlich egozentrisch - das ist mutig das zu behaupten, ich weiß. Aber ich sehe das philosophisch: Alles was wir tun machen wir aus bestimmten Gründen. Wenn wir jemanden lieben und ihm/ihr ein Geschenk machen, dann machen wir das weil wir ihm/ihr eine Freude machen wollen und uns dann mit ihm freuen. Das sehe ich ganz genauso. Aber wir machen es auch weil es uns dadurch gut geht. Bitte versteht mich nicht falsch - wir sind nicht alle Schweine die uns am wichtigsten nehmen. Ich spreche von gesundem Egoismus. Aber eben letztlich auch dem Knackpunkt das wir alles auch für uns machen. Auch wenn wir denken es sei Nächstenliebe. Ich will darauf hinaus das die Menschen einem manchmal kalt vorkommen, und auch wenn sie es nicht sind grübelt man manchmal zuviel darüber ob sie es wirklich ernst mit einem meinen. Oder einen doch nur ausnutzen. Ob man vielleicht selbst nur ausnutzt ohne es zu merken und man das Gefühl hat nicht genügend zurückzugeben. Alles ein Teufelskreis. Letztlich führt das ganze Gewirr aus schlechtem Gewissen und "unbedingt-Gutes-Tun" dazu das wir uns schlecht fühlen. Weil wir den Anforderungen nicht gerecht werden können. Weil andere Menschen uns das Gefühl geben das wir das nicht können. Weil wir uns minderwertig fühlen. Weil wir uns gerne mehr Gutes tun würden, aber auch denken das wir nicht so egoistisch sein dürfen etwas nur für uns zu tun. Mir geht es so. Wenn ich der Meinung bin ich müsse einer Freundin unbedingt etwas sagen was mich verletzt hat und sie selber das gar nicht bemerkt hat streite ich mit meinem Gewissen um die Wette. Es geht dann darum das ich sie nicht verletzen will. Aber ich will auch nicht weiterhin so tun als wäre alles gut und mich damit verletzen. So knallt es hin und her und ich schwanke zwischen SEI NICHT SO EGOISTISCH und SAG WAS DU DENKST, DU DARFST DAS.
Das ist wie in einigen Märchenerzählungen. Beharrlich wartet das junge Mädchen darauf das die Welt sich ändert. Sie hat sich nie was zu Schulden kommen lassen und trällert melancholische Liedchen wenn sie alleine den Fußboden schrubbt. Sie wartet auf Mr.Right der irgendwann bestimmt vorbeikommt und sie von allen Sorgen erlöst. Sie sagt nicht was Sie plagt sondern erträgt schweigend bis die Gerechtigkeit siegt.
Trotzdem leidet sie. Und macht ihrem Ärger keine Luft. Aber in Märchen weiß man ja als Außenstehender das alles gut wird, ein Happy End bevorsteht. Nun der Unterschied: Das ist leider nicht im realen Leben so.
Ich möchte die Überschrift nicht entkräften, und auch niemandem die Illusionen nehmen, aber wir sind dazu verpflichtet, uns selbst gegenüber, unsere Meinung zu sagen. Wenn uns etwas bekümmert müssen wir Selbstlose eben mal über den Schatten springen und unserem Ärger Luft machen. Keine Angst vor den Konsequenzen. Können die schlimmer sein als das was man bisher gefühlt hat? Ja? Dann muss man wohl weiter leiden und an das Gute glauben. Ich für meinen Teil als hoffnungslos Romantische glaube an märchenhafte Happy Ends. Aber man muss etwas dafür tun. HIer kommen wir also zum märchenhaften Teil des Eintrags: Die Kunst aus allem ein Märchen zu machen.
Wenn es Dir schlecht geht und Du das Gefühl hast alles hat keinen Sinn mehr, das es nichts bringt, dass Du eigentlich keinen Grund mehr hast auf dieser Welt dein Dasein zu fristen, dann hilft Dir nichts anderes außer dein eigener Mut. Ohne deinen eigenen Antrieb schaffst Dus nicht. Ich denke das das jeder weiß. Es ist allerdings umso schwerer das zu befolgen. Daher nenne ich ein Beispiel an meinem Leben:
Ich bin hochgradig depressiv, habe suizidale Gedanken und einige tiefe Schlaglöcher in meinem Leben.
Ich habe keine Kraft mehr, ich habe keine Hoffnung mehr. Aber ich mache.
Ich mache nicht aus einem unsichtbaren Antrieb heraus weil ich auf den Tod warte.

Ich mache weil ich weiß das es Dinge gibt für die es sich lohnt zu leben und glücklich zu sein.

Meine Freunde. Meine Talente. Menschen die statt grimmig zu schauen und dich zu beleidigen nett lächeln wenn Du an Ihnen vorbei läufst.
Ich könnte jeden Tag aufs Neue aufgeben. Aber ich gebe mir Mühe weiterzumachen. Ihr könnt mir glauben das ich jeden Tag mindestens 5 gute Gründe finde meinem Leben ein Ende zu bereiten.
Aber ich tu's nicht. Und das zeigt mir das ich noch Hoffnung habe.
Und Hoffnung ist etwas unglaublich Starkes. Das kann dein Leben retten.
Ich muss zugeben, hätte ich meine Freunde nicht, und ich rede nicht von den 578 Facebookfratzen, ich rede von denen die man an einer Hand abzählen kann, dann wäre ich schon längt weg vom Fenster.
Damals hat mich der Arzt gefragt was mich davon abhält mich umzubringen.
Da habe ich gesagt, das ich nicht für mich lebe, sondern für meine Freunde. Und das ich weiß das es Ihnen schlecht gehen würde wenn ich nicht mehr da wäre. Da ich weiß das da auch Egoismus drinsteckt ergänze ich meine damalige Aussage: Ich benutze meine Freunde als Grund zum leben. Ich nehme sie als Argument das ich mich nicht umbringe, um mir nicht eingestehen zu müssen das ich nicht sterben will.
Soweit gedacht bemerkt man das ich leben will. Eigentlich. Das mir nur der Mut fehlt. Die Kraft.
Kann es mir nicht egal sein, das, wenn ich tot bin, meine Freunde um mich weinen? Ich bin immerhin tot. Also weg. Und habe mit den Überbleibseln nichts mehr am Hut. Nein. Das ist mir nicht egal. Weil ich dabei sein will wenn Sie lachen, weil mitmachen will wenn Sie feiern, weil ich sie trösten will wenn sie weinen.
All das führt mich zum Mut. Meine Freunde sind meine Quelle für den Mut weiterzuleben. Nicht aufzugeben. Und mir zu sagen: ,, Reiß Dich zusammen Mädel!". Hab ich schon erwähnt das ich im Oktober in stationäre Behandlung gehe? :) Das ist keinesfalls schlecht. Ich habe gut und gerne 16 Jahre gewartet seit meiner ersten Depression, habe mich immer wieder selbst runtergemacht das ich das nicht brauche und keine Zeit dafür habe. Nun bin ich egoistisch. Ich nehme mir drei Monate nur für mich. Werde bis zum Ermüden über meine Probleme sprechen und versuchen Lösungsansätze zu finden. Ich bin sehr instabil, aber ich gebe mir Mühe. Auch wenn ich mit meinen Freunden momentan nicht darüber rede - das halte ich aus, weil ich weiß das ich bald ohne Ende darüber sprechen kann ohne jemanden damit zu belasten der persönlich mit mir im Kontakt steht. Ich versuche mir mein eigenes Märchen zu schaffen. Die Kunst darin liegt darin sich selber lieben zu lernen, verstehen zu lernen und vorallem den Mut zu haben sich helfen zu lassen und die Strapazen auf sich zu nehmen. Viele schrecken davor zurück und putzen weiter den Boden bis ins Endlose, bis sie merken das da nichts kommt, kein Prinz, keine Gerechtigkeit, Und dann bringen sie sich um weil es keinen Sinn hat. Ich kann das sehr gut verstehen. Trotzdem muss man sich zwingen es zu versuchen. Wenigstens versuchen. Das tut sehr weh. Weil man seine eigene Schwäche offenbart und eben nicht gerettet wird ohne was dafür zu tun.
Der Weg zu einem Happy End ist aber leider mit viel Arbeit verbunden. Mut, Fleiß und Stärke bringen Dich dahin. Und ich bin davon überzeugt das es irgendwie, egal wie stark und egal in welcher Form, belohnt wird sich für sich selbst so engagiert zu haben. Die Kunst des Märchens ist die Liebe. Vorallem sich selbst zu lieben. Liebst Du Dich selbst nicht, kannst Du niemand anderen lieben. Sei ehrlich. Das geht nicht. Und willst Du Folgen beseitigen, dann gehe zuerst an die Ursachen. Niemand wischt nach einem Wasserrohrbruch das Wasser auf wenn die Leitung noch nicht zugedreht ist oder repariert. Also: Deinen Mut finden, an die Ursachen gehen, auch wenn es schmerzhaft ist, diese beseitigen oder lernen mit Ihnen umzugehen, dann die Folgen bearbeiten. Das wäre, um es amüsanter zu machen, bei Cinderella wohl so: Erkennen das man ein Lakai ist obwohl die Hütte dem Vater gehörte, sagen das man da nicht mitmacht und ausziehen bzw. sich einen neuen Job suchen ( ob ich nun bei meiner ollen Stiefmutter putze oder bei der Nachbarin... ), zur Ruhe kommen und sich mit sich selbst auseinandersetzen, nicht vom Tanz mit dem Prinz träumen, Kleider von Mäusen schneidern lassen und auf Feen warten - sondern selbst aktiv werden und ein Kleid besorgen, zufrieden ab ins Schloss, den Prinzen knutschen, wieder nach Hause gehen und den angelockten Mann kommen lassen. BUMMS. Großes Happy End. Ohne unnötige Melancholie. Ja ist ok. Das ist nicht ganz so romantisch. Aber wir haben ja auch von Realität gesprochen, in den seltensten Fällen sucht ein Mann im ganzen Land nach Dir. Und was nach der Hochzeit so passiert haben wir auch nie erfahren.
Kurzum: Sei realistisch und tu was, behalte aber auch deine Träume vor Augen um weiterleben zu können.
Es gibt nichts fantastischeres als zu träumen und sich das Kindliche zu bewahren.

"Wer bin ich? Und wenn ja, wieviele?"

Natürlich will man wissen wer hier zukünftig Seelenstriptease machen wird:
Auf meinen richtigen Namen müsst ihr leider verzichten, Selbstschutz.
Ich bin 24, zumindest in zwei Monaten, studiere momentan ein nicht wirklich erwähnenswertes Fach ( weil ich eh wechseln möchte... ) und lebe in einer WG. Ich bin Hauptmieter und habe einen stinkenden Mitbewohner, den ich TROLL nenne - natürlich nur in meinen Gedanken ( und sämtlichen verfassten Schriftstücken, Märchen, Erzählungen, Facebookkommentaren... ).
Ich bin ein nach außen hin fröhlicher, kontaktfreudiger Mensch mit zeitweise entsetzlicher Albernheit - ich sage dazu immer das es genau richtig ist, schließlich muss man mich ja nicht lieben ;)
Ich durchlebe seit gut 4 Jahren die "Pinke Phase" ( bei den Feschen geht die nie vorbei ) und liebe alles was glitzert, fröhlich ist und etwas Positives ausstrahlt. Ich vermute das mich das so anzieht weil ich es innerlich so lange nicht gespürt habe - irgendeine tiefenpsychologische Sache. Um mich geborgen und sicher zu fühlen umgebe ich mich mit jungfräulich-naiven Dingen um nicht Amok zu laufen. Wobei das bei einigen vermutlich gerade eben dies auslösen würde.
Ich bin verliebt. Es gibt nichts Schöneres. Aber es ist... wie sagt Facebook? Kompliziert? Man weiß nicht wie es ausgeht und hofft das es alles nett bleibt und pi pa po, aber im Endeffekt zählt hierbei der Moment. Ich bin generell jemand der sich versucht anzutrainieren den Moment zu leben - das ist eine gute Weisheit.
Man kann unglaublich viel aus einem Moment beziehen für sein ganzes Leben. Wenn man Momente verpasst weil man ständig an die Zukunft denkt macht man sich noch unglücklicher, also lautet meine Devise:
Nutze den Tag. Lebe den Moment. Auch wenn ich alles andere bin als eine Person die das jeden Tag beherzigt.
Hmm... Ich glaube wenn ich jetzt in meine Familiengeschichte einsteige wird dieser Eintrag zu deprimierend. Vielleicht hebe ich mir die Skandale für später auf, das macht die Sache interessanter.
Alles in allem werde ich von Freunden als Prinzessin bezeichnet. Nicht weil ich so eitel wäre, haha, nein.
Sondern weil ich singe. Ich liebe Musicals und Disneyfilme. Ich liebe die schönen Dingen, die einfachen und romantischen. Dieser Blog wird nicht nur eine Ablageplattform für meinen ganzen Dreck sein, sondern hin und wieder auch für meine Fantasie, meinen Gesang und meine Zeichnerei. Und für fröhliche Augenblicke. :)
Es ist ein krasser Gegensatz. Ich bin mir manchmal nicht so sicher ob ich nur ein einziger Mensch bin. Nach dem Rollenmodell hat ja jeder verschiedene Rollen im Leben die er spielt, wie Hausfrau, Mutter und Tochter. Aber ich meine wirklich... Es gibt da eine schwarze, dunkle Seite in jedem - und eine farbige. Und bei mir ist es eine pinke. Die krampfhaft versucht glücklich zu sein und zu überwiegen. Daher lasse ich das zu und hoffe das sie gewinnt. Ich weiß nicht ob das genug über mich war... Es ist alles sehr durcheinander gewürfelt. Aber so ist es ja immer mit Anfängen: Man muss sich kennenlernen. Im weiteren Verlauf wird alles schick gegliedert und die Welt ist wieder verständlich, versprochen. :) Ich bin SeeYa. Und ich mache von nun an Seelenstriptease.

Depressionen, Alltagshürden, der innere Dämon - Was mich zum schreiben veranlasst hat

Liebe Lebenskünstlerinnen, liebe Lebenskünstler,
liebe Problemjongleure, liebe Freidenker, liebe Träumer, liebe kindlich Gebliebenen,

ich weiß garnicht wo ich anfangen soll. Ich bin über Nacht ins Grübeln geraten.
Mein Leben hat wie jedes andere Höhen und Tiefen, es scheint mir manchmal nicht zu bewältigen, manchmal zu schön um wahr zu sein, manchmal unheimlich beängstigend, und alles in allem schlich sich bei mir der Wunsch ein andere daran teilhaben zu lassen.
Nicht weil ich glaube so ein aufregendes Leben zu haben mit Bettgeschichten, wilden Partynächten, Lügen und Intrigen und allen Klischees die man aus bekannten abendfüllenden Sendungen kennt. Nein.
Weil ich weiß das ich mit meinen Problemen, Ängsten, Freuden und Gedanken nicht alleine bin.
Ich rede viel, ich rede viel über mich selbst - nicht weil ich das gern tue, sondern, um ehrlich zu sein, weil ich trotz meiner doch eher fröhlichen Natur an der Volkskrankheit "Depression" erkrankt bin.
Ist das nicht meistens so? Die quirrligen und fröhlichen Herzen sind meistens dann doch die schwärzesten.
Man versucht noch eine Barriere aufrecht zu halten um den Menschen zu suggerieren das man eigentlich doch total zufrieden ist. Fremde glauben das vielleicht. Aber meine besten Freunde wissen natürlich Bescheid, auch wenn einige bei der Offenbarung meiner Problematiken zutiefst erstaunt waren.
Nur verhält es sich wie folgt: Du kannst noch so tolle Freunde haben, am Ende stehst Du alleine da mit Dir selbst. Du musst Dich selber im Spiegel anschauen und glücklich über das sein was Du dort zu Gesicht bekommst. Freunde sind sicherlich für Dich da, und meine sind für mich die wertvollsten der Welt, aber sie können deine Probleme nicht lösen. Das kannst nur Du. Und gerade weil sie es nicht können und Dich aber lieben belastet es sie ungemein. Früher oder später. Du nöhlst nur noch rum, Du redest über nichts anderes mehr. Immer gehts Dir schlecht. Das ist anfangs noch verständlich und als guter Freund bleibt man stark und hilfsbereit und an deiner Seite. Aber glaubt mir, irgendwann wird das zuviel. Ich habe das selber erlebt. Und daher weiß ich das das einen so belasten kann das man den Kontakt abbricht, nicht mehr kann, das alles nicht mehr mitschleppen will. Keine Kraft mehr hat. Wo führt uns das hin? Im Groben wieder auf die Tatsache das ich weiß das ich nicht alleine bin mit meinen Gedanken. Es ist zu kompliziert und zu irritierend um das in ein paar Sätzen zusammenzufassen. Ich weiß aber das es mir helfen wird es aufzuschreiben und das Gefühl zu haben das es vielleicht mal jemand liest, es jemandem hilft es zu lesen, vielleicht sogar tröstet.
Ich will es los werden. Und glaubt mir, ich weiß über Therapiemaßnahmen Bescheid, das ist nicht der Punkt.
Es einfach niederzuschreiben und einen kleinen Ort zu haben an dem man ehrlich sein kann. Das war meine nächtliche Idee. Es bleibt nicht geheim, aber es kommt auch nicht an die falschen Leute die es überfordern könnte. Ist vielleicht eine Form von Selbsttherapie? Naja. Alles ist besser als zu verharren und nichts zu tun, zu stagnieren. Also versuche ich nun mich selbst zu therapieren indem ich etwas mache das ich schon immer gemacht habe um lästiges, böses Denken rauszuwürgen: Schreiben, schreiben, schreiben.