Dienstag, 27. November 2012

"Wir zwei, irgendwann..."

Ich bin gerade auf ein Buch mit diesem Titel gestoßen, und leider Gottes macht es mich nachdenklich...
Was wäre wenn ich jetzt auf mein Facebookprofil in 15 Jahren zugreifen könnte und ich würde dort lesen das ich unglücklich mit jemandem verheiratet bin den ich nur genommen habe weil ich zu feige war ein Risiko einzugehen??? Sollte man aus Angst etwas zu verlieren riskieren etwas vielleicht Wunderbares zu bekommen?
Letztlich liegt es nicht nur an mir... Er muss es ja auch wollen. Und vor allem sollten die gleichen Gefühle vorherrschen. Wie das klingt. Aber ich meine das natürlich nicht so theoretisch wie ich es umschreibe. Für mich gibt es nur ein Ja oder ein Nein. Wenn man jemanden fragt "Liebst Du mich?" dann kommt ein Ja oder ein Nein. Kein "Ich weiß es nicht". Das ist für mich gleichbedeutend mit Nein. Und eine Verstrickung in eine Beziehung die auf einem "Ich weiß es nicht" aufbaut... Das ist doch von vorne herein schon negativ behaftet oder? Und beim ersten Streit argumentiert man dann immer damit das "Du ja sowieso nicht weißt ob Du mich liebst". Aber mal ganz ehrlich? Was spricht nochmal dagegen?

Harry und Sally wohnen also zusammen. Und es klappt alles eigentlich ganz gut. Man verhält sich wie in einer Beziehung, nur das es nicht zu Sex kommt und man sich niemandem verpflichtet fühlt. Trotzdem fällt auf das keiner von beiden mal irgendjemanden mitbringt. Ich will das nicht, es mangelt nicht an Angeboten aber... Ich  kann das nicht. Gut, ich bin psychisch sowieso nicht gerade auf dem "Zügeloser Sex Trip". Aber abgesehen davon interessiert ich auch sonst niemand anderes. Ich weiß nicht ob mich das nerven sollte. Aber in dem Moment wo ich das schreibe gebe ich zu das es mich nervt. Vielleicht würde ich mich schon das eine oder andere mal gerne wieder auf einen One Night Stand einlassen... Wie zu der Zeit als der Freund zum Ex wurde und die neue Liebe noch nicht präsent war. Mein Gott ich habe in zwei Wochen mit drei Typen geschlafen, nur aus Spaß. Und zwei habens dann noch versucht bis sie erschöpft festgestellt haben das ich kein Interesse hatte. Und nun dümpel ich seit gut einem Jahr herum und blocke jeden gescheiten Mann ab der Bock auf mich hat. Mehr als flirten schaff ich nicht, ich fühle mich als würde ich betrügen.Und dabei sehe ich schon kommen das der Zeitpunkt nicht weit weg ist indem mir auf einmal eine 0815 Tussi vorgestellt wird als neue Freundin an seiner Seite. Und das macht mich jetzt schon verrückt. Ich habe mich entschieden das das nichts werden wird und trotzdem macht mir mein Herz einen Strich durch die Rechnung. Es hofft und glaubt daran das er eines Tages erkennen wird das wir perfekt füreinander sind. Und mein Kopf sagt das wird eh nichts und wenn es was wird dann hält es nicht lange. Ich HASSE es. Ich hasse die Vernunft die sich dazwischen drängt. Die hat doch gar nichts zu suchen in der Liebe... Oder? Und der größte Mist ist das ich glaube das er einfach nur keinen weiteren Schritt wagen kann weil seine Oberflächlichkeit dazwischen funkt. "Ich finde bestimmt noch meine Traumfrau mit den langen schönen Haaren, dem perfekten Körper und den Bonbonaugen! Und solange die noch nicht da ist kann ich im Zweifel ja immernoch so tun als sei meine beste Freundin meine feste Freundin.". Irgendsowas spukt in meinem Kopf. Swollowing the pride, das ists was er schaffen müsste. Ich will aber nicht noch Jahre lang so weiter machen müssen in der Hoffnung das mit dem Alter die Einsicht kommt. Mein Kopf hat schon lange gesagt das das alles sinnlos ist und nur weh tut. Aber ich komme da nicht raus. Und das macht mich so krank. Ich genieße so vieles, ich gönne es mir aber nicht weil ich immer wieder von mir selbst gewarnt werde das das alles sowieso nichts bringt und nur dazu führt das die "Trennung" schmerzhafter werden wird. Nun werden wir Heiligabend alleine zusammen verbringen. Die Idee kam von ihm, er ist selbstverständlich davon ausgegangen... Und ich war irritiert das er das will. Vermutlich weil er einfach nicht so einen guten Draht zu seiner Familie hat. Aber... Warum gerade mit mir? Bin ich seine Ersatzschwester, Mutter? Oder seine Ersatzfamilie? Ist das gut wenn es so ist??? Und steckt da vielleicht doch mehr hinter? Checkt er das wenn es so ist? Oder denkt er gar nicht drüber nach, bedeutet ihm das nichts??? Da sieht mans wieder... Das Herz und der Kopf... Schrecklich. Das ist so ungesund.
Und jetzt habe ich gelesen das ein Mädel nach zwei Jahren mit ihrem besten Freund rumgeknutscht hat als sie beide betrunken waren und dann nach viel hin und her mit ihm zusammen gekommen ist. Aber ich denke einfach das das was anderes ist. Bei mir ist leider leider leider das Problem vorhanden das viele junge Männer denken "Hauptsache meine Freundin ist schlank". Und das ich sicherlich nicht hässlich bin oder nicht schlau genug oder nen schlechten Charakter habe. Ich würde arrogant behaupten ich sei eine super Freundin,   als Gesprächspartner und sexuell gesehen - ach, in allen Belangen wie sich das gehört. Das einzige was da ist ist eben das ich nicht das schlanke Vorzeigegirl bin. Obwohl ich bereits gemerkt habe das sowieso die meisten denken wir sind ein Paar, meine wie seine Freunde, und das das keinen juckt. Im Gegenteil, alle finden das total süß und schauen mit glitzernden, manchmal neidischen Augen. Und seine besten Kumpel finden mich auch alle sehr sympathisch. Ich denke nur das es für ihn schwer wäre in einer Gruppe fremder Jungerwachsener voller Oberflächlichkeit ein Foto von mir zu zeigen und dabei wirklich ehrlich stolz zu sein. Klar ist es einfacher ein sexy Pic von deiner heißen Freundin zu zeigen und Du weißt das alle Männer anfangen dir auf die Schulter zu klopfen. Ich hasse diese oberflächliche Welt. Klar,es gibt auch genug die mich einfach hübsch finden und selbst bei meinem Exfreund damals haben alle immer gesagt was er doch für eine hübsche Freundin hat. Aber mein bester Freund ist da einfach zu... eingeschränkt. Vielleicht tue ich ihm Unrecht. Vielleicht ist ihm das nicht mehr so wichtig. Vielleicht ist es einfach die Verpflichtung die eine feste Beziehung mit sich bringt, der Druck unter dem man dann womöglich steht und die Angst es dem anderen nicht Recht machen zu können... Ich verstehe das. Und ich wünschte es wäre "nur" das. Ich habe nämlich diese Angst. Naja, ich habe Angst ihn zu verlieren, das ist das einzige was mich abhält. Aber wer sagt denn das es nicht auch funktionieren kann? Warum hat man immer soviel Angst? Das nimmt einem soviel Zeit und wer weiß: Vielleicht auch wunderschöne Momente die man dadurch verpasst.
Und nur deswegen würde es sich doch lohnen das Risiko einzugehen oder?
Ich weiß es selber nicht. Wenn er nicht mitzieht kann ich auch nicht weitermachen. Ich bräuchte nämlich auch mal jemanden der mir einfach sagt das alles gut wird und das ich keine Angst zu haben brauche.
Und ich weiß nicht ob er das für mich sein kann wenn er scheinbar selber soviel Angst hat.
Er kann einfach nicht mehr sagen das da nichts ist außer Freundschaft. Vielleicht denkt er das. Aber da ist Liebe. Länger schon und ich glaube sie festigt sich. Und wenn man ihm nicht sagt was das da eigentlich ist dann lernt er es nicht zu verstehen und hält es fälschlicherweise für normal.
Und wenn er dann geil auf irgend ne andere ist denkt er das ist Liebe obwohl es sexuelle Anziehung ist.
Herrje. Was soll ich nur tun? Ich kann nichts tun. Ich habe schon alles gezeigt. Wenn ers nicht tut passiert auch nichts. Und mich beschleicht das Gefühl das es niemals weitergehen wird weil er es einfach nicht checkt. Boah macht mich das wütend, traurig und hilflos. Liebe kann so schön sein, warum verbietet man sich das selbst so oft? :(

Donnerstag, 8. November 2012

1 Jahr nach dem "Fast-Suizid" - Und auf einmal...

... habe ich gerade eben, vor nicht mal 15 min, eine Erkenntnis gehabt. Eine sehr fundamentale.
Ich versuche sie zu beschreiben.

Ich habe mir eben, ohne das ich es zielgerichtet wollte, einige ältere Bilder und Videos auf meinem Handy angesehen. Ich bin dabei immer weiter zurück gegangen und habe mich über das ein oder andere amüsiert - bis ich auf die Inhalte gestoßen bin die weniger amüsant waren. Wie sauer ich war auf meinen Exmitbewohner ( alias Troll ). Wie verzweifelt ich war wegen meines Liebeskummers. Wie depressiv ich war wegen allem um mich herum, weil nichts funktionierte. Und das älteste Video das ich mir angesehen habe ist vom September 2011. Also ungefähr ein Jahr her. Und als ich das gesehen habe ist mir etwas bewusst geworden. Mir geht es nicht mehr so schlecht wie damals. Ich kann mir das alles ansehen und dabei lächeln. Nicht weil ich es lustig finde, nein... Sondern weil ich das nicht mehr bin. Weil das abgehakt ist. Zumindest so wie es dort gezeigt wird. Ich habe vor kurzem eine Dokumentation in Auszügen angesehen, da ging es um Schizophrenie und Angststörungen, um Traumata und Depressionen. Und in dieser Doku erzählte ein Psychologe von seinen Techniken die er bei seinen Klienten angewendet hat. Dabei sollten sie immer und immer wieder eine Geschichte vorlesen die sie selbst geschrieben haben, in jeder Sitzung. Ich will da jetzt gar nicht so drauf eingehen, es geht mir nämlich nur um das Resultat.
Diese Menschen haben jedes Mal Angst davor gehabt das alles wieder zu durchleben.
Und diese Angst hat sie so gelähmt das sie in ihrem Alltag dadurch nicht richtig "leben" konnten.
Durch diese Therapie aber haben sie irgendwann, von einem Mal aufs andere bemerkt, dass sie die Geschichte vorlesen, aber sich nicht mehr emotional daran gebunden fühlen.
Um auf den Punkt zu kommen:
Ich habe ein Jahr immer wieder Videomitschnitte von mir gemacht, wie ich mich fühle, was meine Gedanken waren - immer wenn eine sehr starke Schwankung eingetreten ist.
Und ich habe damals damit angefangen, weil ich mir selbst gesagt hatte das es mir vlt. helfen könnte mich zu reflektieren, weil ich mir immer wieder gesagt habe das ich mir selbst helfen muss, das mich niemand versteht, das ich niemanden mehr belasten möchte der das nicht tragen kann.
Und ich weiß wie es mich immer wieder traurig machte mir meine Videos anzusehen.
Jetzt aber habe ich mir das angesehen und dabei eher Gleichgültigkeit verspürt, als würde ich einen Film schauen. Es hat mich schon angesprochen, aber ich habe keine Gedanken daran verschwendet.
Das ist phänomenal. Das heißt, das mein Selbstversuch, der aus mir entsprang, geglückt ist.
Ich fühle mich wie ein Wissenschaftler, dessen Versuch ein Erfolg geworden ist.
Das haut mich um. Ich bin lange noch davon entfernt stabil zu sein, stark zu sein, aber allein die Erkenntnis das es mir nicht mehr so geht wie noch vor einem Jahr... Das ist großartig.
Vor einem Jahr wollte ich mich vor eine Bahn werfen und habe Fenster in zu großer Höhe gemieden.
Jetzt denke ich zwar mal daran, aber ich verspüre seit Monaten nicht mehr diesen "Sog".
Und weil alles so schnell gegangen ist die letzten zwei Monate ist mir der Wandel emotional gar nicht so bewusst geworden. Jetzt, in eben dieser Stunde, da fällt mir auf einmal irgendeine Last von den Schultern. Durch all den Stress der letzten Zeit habe ich nicht bemerkt wie "gut" es mir eigentlich geht. Klar, ich könnte diesen kleinen Moment jetzt damit vermiesen indem ich mir sage "ABER DAS IST DOCH SCHEIßE UND JENES IST BESCHISSEN". Aber das will ich jetzt gar nicht. Morgen werde ich vermutlich wieder darüber nachdenken was mir Bauchschmerzen macht. Jetzt gerade aber ist die Erkenntnis sehr wichtig.
Ok. Ich hab mich grade dabei ertappt wie der Gedanke an meine Geldsorgen und eine noch nicht überwiesene Mahngebühr den Glücksmoment zu killen droht... Aber im Großen und Ganzen weiß ich das es mir besser geht.
Ich bin den Troll los. Und mit meinem besten Freund, den ich sehr liebe, eigentlich ziemlich glücklich als neuen WG Partner. Er beruhigt mich. Klar regt er mich auch mal auf, aber das tue ich bestimmt auch. Aber er ist wunderbar. Er ist einfach da und gibt mir damit unheimlich viel Ruhe und Geborgenheit. Der Müll wird immer runtergebracht. Es ist immer mehr oder weniger sauber. Mein Zimmer. 100 Grad anders. Hell, freundlich. Ich schminke mich wieder jeden Tag weil ich wert darauf lege gepflegt auszusehen. Ich koche häufiger und genieße es wieder etwas selbst gekochtes zu essen, ich sehe es nicht mehr als Zeitverschwendung. Ich habe einen Studienplatz, zwar im Nachrückverfahren und mit viel zusätzlichem Stress, aber ich habe einen. Und auch wenn ich mir immer wieder sage das ich das nicht schaffe und später im Beruf eh versage... Irgendwie... Ist das gut das ich den Platz habe und versuche mich anzustrengen, soweit das meine Macken zulassen. Keine Fliegen mehr. Keine laute Metalmusik oder laut vögelnde Schmarotzer im Nebenzimmer. Liebevoller Umgang miteinander. Meine Katze ist auch ruhiger geworden. Ich schlafe in einem normalen Bett. Es riecht hier angenehm wenn man nach Hause kommt. Ich bin GERN zu Hause. Manchmal kann ichs sogar nicht erwarten nach Hause zu kommen... Vor Monaten noch war ich froh wenn ich woanders schlafen und essen konnte. Jetzt brauche ich das nicht mehr.
Gigantisch. Und das alles nur wegen meinem Handy und weil ich mich ablenken wollte weil ich meine Hausaufgaben nicht kapiert habe und deshalb frustriert war... Ich bin an einem Punkt wo ich mir sagen kann das ich mir selbst geholfen habe. Und das mit Erfolg. Klar hatte ich dabei passive Unterstützung... Aber letzten Endes bin ich diejenige die sich aufgenommen hat, die sich immer wieder selbst reflektiert hat... Und das, so glaube ich zumindest, ist sehr mutig. Obwohl ich dachte ich sei feige. Paradox? Für manche vielleicht. Aber ich, ich kann darüber tatsächlich schmunzeln.